Der Deutsche Jugendliteraturpreis

Wie in jedem Jahr werden auch diesen März auf der Leipziger Buchmesse die Nominierungen für den Deutschen Jugendliteraturpreis verkündet. Der wohl bekannteste unter den Preisen in Deutschland für Kinder- und Jugendliteratur wurde 1956 gegründet und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet. Die Ausrichtung und Organisation liegt der politischen Unabhängigkeit wegen beim Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. Mit dem Preis soll die Entwicklung der Literatur für Kinder und Jugendliche gefördert und das öffentliche Interesse an ihr wachgehalten werden. Außerdem soll er sowohl Kindern als auch Erwachsenen als Orientierungshilfe bei der Buchwahl dienen. Es handelt sich um einen internationalen Preis: Neben Büchern deutscher Autoren können auch ursprünglich fremdsprachige Titel eingereicht werden, wenn sie ins Deutsche übersetzt sind. Ein Buch vorschlagen darf heutzutage jeder, der einen Wohnsitz in Deutschland hat.

Nominierungen und Preisvergabe

Vergeben wird der Deutsche Jugendliteraturpreis in den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch. Zusätzlich existiert der Sonderpreis „Gesamtwerk“. 2017 wird erstmalig auch ein weiterer Sonderpreis mit dem Titel „Neue Talente“ vergeben, für den drei deutsche Autoren nominiert werden, die im Jahr 2016 ein erstes herausragendes literarisches Werk vorgelegt haben. Außerdem vergibt die Jugendjury einen Preis – aus welcher Sparte das von ihr prämierte Buch stammt, ist nicht festgelegt. Die Einzelpreise sind mit jeweils 10.000 € pro Sparte dotiert, welche zwischen Autoren, Illustratoren und Übersetzern aufgeteilt werden können. Für den Sonderpreis „Gesamtwerk“ gibt es sogar einen Betrag von 12.000 €. Zusätzlich zu dem Preisgeld erhält der Gewinner noch eine Skulptur, die Momo aus Michael Endes gleichnamigem Roman darstellt.

Die Juroren

Beim Deutschen Jugendliteraturpreis gibt es drei Jurys: die Kritikerjury, die Sonderpreisjury sowie die Jugendjury. Die Kritikerjury besteht aus neun erwachsenen Juroren, einem Vorsitzenden sowie acht regulären Mitgliedern, von denen jeweils zwei Experten für eine der einzelnen Sparten sind. Sie werden vom Vorstand des Arbeitskreises für Jugendliteratur für die Dauer von jeweils zwei Jahren gewählt. Ein Mitglied kann höchstens zwei Amtszeiten hintereinander absolvieren.

Die Sonderpreisjury vergibt im jährlichen Wechsel den Preis für „Gesamtwerk“ und „Neue Talente“ an deutsche Übersetzer, Illustratoren und Autoren. Im Gegensatz zu den anderen beiden Jurys sind die Mitglieder nur ein Jahr im Amt.

Unabhängig von den anderen Jurys existiert eine Jugendjury, welche sich aus circa 100 Jugendlichen aus sechs verschiedenen Leseclubs aus ganz Deutschland zusammensetzt. Jeder dieser Leseclubs darf einen Titel für den Preis der Jugendjury nominieren, von denen dann mithilfe eines Punktesystems der Gewinner ermittelt wird. Erhalten zwei Titel exakt die gleiche Punktzahl, wird eine Stichwahl durchgeführt. Abstimmen darf aber nur, wer jeden der nominierten Titel gelesen hat.

Die diesjährigen Nominierungen werden am Donnerstag, den 23. März um 14 Uhr in Saal 1 bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet ungefähr ein halbes Jahr später auf der Frankfurter Buchmesse statt.

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